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Wie unser Herrgott die Insel Rügen erschuf ... As uns Herrgott de Welt schaffen ded un all binah
domit farig wier, stunn he eenes Abens do kort vor Sünnenunnergang up Bornholm un keek von hier ut na- he de pommersche Küst röwer. Bi em leg de Muurerkell un de grote Moll, in de öwer man blot noch ´lütt bäten Ird
öwrig wier, denn he harr all den ganzen Dag |
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arbeit´t. As he nu so öwer dat Water wegkeek, schient em de pommersche Küst doch gor to kahl to sin; em dücht, so´n bäten müsst dor wol noch an dahn
warden. He namm also dat letzte ut de Moll un klackt dat von Bornholm ut an de Küst ran, öwer dat kem nich ganz ranne. So ungefihr, ne halwe Miel vörto feel dat int Water, un so entstünn de Hauptdeel von
Rügen. Uns´Herrgott fohrt gliek noch ees mit de Kell an de Kanten entlang un makt se nah- buutento hübsch glatt un rund, un so würt Rügen am Enn grad so ´ne Insel worden sin, as all de annern ok sünd.
Intwischen wier de Sünn öwer binah ganz unnergahn. Uns´Herrgott wull Fierabend maken; dorüm kratzt he noch fixing alls tosamen, wat in de Moll anhackt wier, un weil he keen ´bätere Ver- wendung dorför harr,
klackt he dat ok noch an de Insel heran. So entstünn Jasmund un Wittow. Datt seech zworst´n bäten ruch ut, öwer uns´Herrgott dacht: “T is Fierabend, un nu lat´t man so wäsen, as´t is´”. So ist kamen
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dat Rügen bet up´n hütigen Dag nah Nurden un Nurdosten to so bunt un terräten utsüht.Wenn Sie der plattdeutschen Mundart nicht mächtig sind, folgt jetzt
noch die hochdeutsche Fassung: Als unser Herrgott die Welt schuf und beinahe damit fertig war, stand er eines Abends so kurz vor Sonnenuntergang auf Bornholm und schaute von hier nach der pommerschen Küste hinüber.
Bei ihm lag die Maurerkelle und die grosse Molle, in der aber noch bloss ein bisschen Erde übrig war, denn er hatte schon den ganzen Tag gearbeitet. Als er nun so über das Wasser schaute, schien ihm die pommersche Küste
doch gar zu kahl zu sein; ihm deuchte, so ein bisschen müsste da wohl noch hinzugefügt werden: Er nahm also das letzte aus der Molle und wollte es von Bornholm aus an die pommersche Küste ranklatschen, aber das
missglückte. Ungefähr eine halbe Meile von ihr entfernt fiel es ins Wasser. So entstand der Hauptteil von Rügen. Unser Herrgott fuhr noch mit seiner Kelle an den Seiten entlang und machte sie nach aussen schön glatt und
rund, und so wäre Rügen letztlich genau so eine Insel geworden, wie alle anderen auch sind. Inzwischen war die Sonne aber schon fast untergegangen. Unser Herrgott wollte Feierabend machen, darum kratzte er noch schnell
alles zusammen, was noch in der Molle war, und weil er dafür keine bessere Verwendung hatte, klatschte er das auch noch an die Insel heran. So entstanden Jasmund und Wittow. Das sah zwar etwas rauh aus, aber unser
Herrgott dachte: “Es ist Feierabend, lass es so sein, wie es ist”. So kam es, dass Rügen bis heute nach Norden und Nordosten hin so bunt und zerrissen aussieht. |
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